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Nachhaltiges Investieren - praktisch eine doppelte DividendeSmart Investor 02/2006, 02.2006
In der Februar-Ausgabe von Smart Investor sprach Fondsmanager Christian Greiner über den von ihm gemanagten Fonds MEAG Nachhaltigkeit. Auf die Frage, was seinen Ansatz von demjenigen eines herkömmlichen Aktienfonds unterscheide, antwortete Greiner: "Neben den Zielrichtungen Rendite, Risikominimierung und Kapitalstabilität haben wir das Kriterium der Nachhaltigkeit eingeführt. Wir verbinden also die Kriterien der herkömmlichen Aktienselektion mit denjenigen der Ökologie sowie mit sozialen Gesichtspunkten." Rund 80% des Portfolios wähle er anhand des Best-in-Class-Prinzips. So suche er aus der ca. 300 Werte umfassenden Grundgesamtheit des Dow Jones Sustainability World-Index zunächst 80 Titel heraus, die aussichtsreich scheinen. "Bei diesen Titeln haben wir das Nachhaltigkeitsresearch der den Index herausgebenden SAM Group noch weiter verfeinert. Die Münchener Rück hilft uns hier bei der Evaluierung von Umwelt- und Georisiken. Können wir keine qualitative Aussage über eventuelle Risiken machen, lassen wir die Finger vom jeweiligen Unternehmen", so Greiner. Das restliche Fünftel entfalle auf so genannte Innovatoren, Hierbei gehe es um Wachstumsfelder wie zum Beispiel die Brennstoffzelle, die Wasseraufbereitung oder aber generell regenerative Energien. "Derzeit favorisiere ich unter anderem zwei Recyclingunternehmen. Einerseits ist dies Interseroh, ein Händler von Sekundärrohstoffen, das kürzlich ein Übernahmeangebot erhalten hat. Andererseits besitzen wir Anteile an der österreichischen Mayr Melnhof, dem weltgrößten Hersteller von Recyclingkartons. Aufgrund der hohen Bewertung bin ich dagegen bei Solar- und Brennstoffzellenunternehmen vorsichtig. Eher gefällt mir der Bereich Bioethanol, hier speziell Agrana, das österreichische Pendant zu Südzucker." Auf die Frage, ob er mit der prinzipiellen Orientierung am SAM-Nachhaltigkeitsindex nicht die eine oder andere investive Freiheit verschenke, antwortete Greiner mit einem klaren Nein und wies darauf hin, dass dieser Index den MSCI World-Index in den letzten 10 Jahren deutlich geschlagen hätte, eine derartige Selektion also vorteilhaft zu sein scheint. "Unsere Freiheit besteht nun darin, Länder, Branchen und Einzelunternehmen abweichend zur Indexgewichtung ins Portfolio nehmen zu dürfen. Hinzu kommen die Aktien der Innovatoren. Daneben kaufen wir aber auch Titel, die zwar nicht sonderlich innovativ sind, aber dennoch unproblematisch. In die Gruppe fallen beispielsweise Versicherer. Mir ist es eben wichtig, nicht lediglich die Benchmark zu duplizieren." Auf Seiten der Anleger sieht Greiner immer mehr Zuspruch für seinen Ansatz. Der Fonds habe ein Volumen von 35 Mio. Euro, sowohl für private als auch institutionelle Investoren sei das Thema von großem Interesse. "Anleger erhalten im Vergleich zu herkömmlichen Fonds nicht nur einen zumindest gleich hohen Ertrag bei geringerem Risiko, sondern obendrein auch noch das gute Gewissen, etwas für eine lebenswerte Umwelt und den gesellschaftlichen Nutzen getan zu haben. Praktisch eine doppelte Dividende."
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