Liebe Leserin, lieber Leser

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Stefan Amenda, Leiter Multi Asset

Wie zwei trotzige Kinder überbieten sich die USA und China mit Zollandrohungen - und die Welt hält den Atem an. Unter den Folgen eines Handelskriegs dieser beiden Wirtschaftsgiganten hätten alle zu leiden. Doch zuletzt gab es Anzeichen der Entspannung: Gespräche hochrangiger Diplomaten sollen es richten. Dem Rest der Welt bleibt zu hoffen, dass sich die Gemüter beruhigen - nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht.

Das Risiko eines Handelskriegs ist nicht ausgeräumt. Zwar sind US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus China für die weltweite Konjunktur nicht entscheidend, doch die geplanten Zölle von 25 Prozent auf chinesische Produkte im Umfang von 50 Milliarden US-Dollar wären eine extreme Belastung. Betroffen sind Auto-, Stahl- und Hochtechnologieprodukte.

China kündigte umgehend Vergeltung im gleichen Umfang an. Vor allem Sojabohnen und Flugzeuge wären davon betroffen. Trump lässt sich das nicht gefallen. Er drohte mit zusätzlichen Zöllen von 100 Milliarden US-Dollar. Ab hier wird es schwierig für China, sich zur Wehr zu setzen: Das Land importiert gar nicht genügend amerikanische Güter, um überhaupt noch Gegenzölle in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar verhängen zu können. Gegenmaßnahmen könnten allerdings bei Dienstleistungen erfolgen oder sich auf amerikanische Unternehmen im chinesischen Markt erstrecken.

Ginge dieser Schlagabtausch so weiter, wäre ein Handelskrieg unausweichlich. Doch glücklicherweise gab es zuletzt Signale der Entspannung: Hochrangige Vertreter der US-Regierung sollen für Verhandlungen nach China reisen. Die Chinesen haben bereits ein Entgegenkommen signalisiert, zum Beispiel bei Zöllen auf Autos, der Öffnung des Finanzsektors und dem Schutz geistigen Eigentums. Eine Einigung scheint möglich. Positiv stimmt auch, dass die Nachverhandlung des Freihandelsabkommens zwischen USA und Südkorea abgeschlossen werden konnte. Das Muster ist das alte: Trump baut eine Drohkulisse auf, um sich anschließend mit moderaten Erfolgen zufrieden zu geben.

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