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Investmentsteuerreform

1. Einführung

Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 wird mit dem Investmentsteuerreformgesetz (InvStRefG) eine grundlegende Reform der Investmentfondsbesteuerung eingeführt.
Für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2017 erfolgt die Besteuerung von Investmentvermögen weiterhin nach dem bisherigen Recht.

Warum ändert der Gesetzgeber überhaupt die Investmentbesteuerung?

Ziel der Reform soll neben der europarechtlich gebotenen Gleichstellung von inländischen und ausländischen Investmentfonds vor allem eine Vereinfachung der Besteuerung von Publikumsfonds auf Anlegerebene sein.

Welche wesentlichen Änderungen wird es geben?

Bisher sind inländische Erträge, die ein in Deutschland aufgelegter Fonds vereinnahmt, auf der Fondsebene grundsätzlich steuerfrei. Erst auf Anlegerebene wird besteuert.

Besteuerung auf Ebene des Fonds

Ab dem 1. Januar 2018 kommt es bei inländischen Fonds zu einer Besteuerung bestimmter inländischer Erträge bereits auf Ebene des Fonds. Künftig werden dabei im Wesentlichen inländische Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien mit einer Körperschaftsteuer i.H.v. 15 Prozent belastet (bei Immobilienerträgen zzgl. Solidaritätszuschlag).

Teilfreistellungen

Als Ausgleich für die Steuervorbelastung auf Ebene des Fonds werden so genannte Teilfreistellungen eingeführt. Das bedeutet, dass Teile der Ausschüttung, der Vorabpauschale und des Veräußerungsgewinnes auf Anlegerebene von der Abgeltungsteuer verschont bleiben.
Die Höhe der Teilfreistellung ist dabei abhängig vom steuerlichen Fondstyp gem. Definition des § 2 Investmentsteuergesetz (InvStG) und wird für Aktien-, Misch- oder Immobilienfonds gewährt. Immobilienfonds bleiben im Weiteren unberücksichtigt.

  • Steuerlich als Aktienfonds gelten Investmentfonds, die gemäß den Anlagebedingungen fortlaufend  mindestens 51 Prozent ihres Wertes in Kapitalbeteiligungen anlegen.
  • Mischfonds im steuerlichen Sinne sind Investmentfonds, die gemäß den Anlagebedingungen
     fortlaufend mindestens 25 Prozent ihres Wertes in Kapitalbeteiligungen anlegen.

Kapitalbeteiligungen sind dabei insbesondere Aktien. Relevant für die Einklassifizierung des Fonds ist dabei die physische Kapitalbeteiligungsquote. Eine aktive Steuerung des Aktienrisikos mittels Derivaten ist weiterhin möglich.

Die Teilfreistellungen betragen für Privatanleger

  • 15 Prozent bei Mischfonds
  • 30 Prozent bei Aktienfonds

Neu ist auch, dass bei Ausschüttungen zukünftig keine Unterteilung der Ausschüttung nach steuerfreien und steuerpflichtigen Bestandteilen mehr stattfindet.
Im Zuge dieser Vereinfachung gibt es keine Zwischengewinnbesteuerung mehr.

Vorabpauschale

Um eine jährliche Mindestbesteuerung zu erreichen, wird es zukünftig eine so genannte Vorabpauschale geben, sofern keine oder eine zu geringe Ausschüttung erfolgt.
Zur Ermittlung der Vorabpauschale wird zunächst der Basisertrag ermittelt und davon erfolgte Ausschüttungen abgezogen. Der Basisertrag beträgt 70 Prozent des jährlichen Basiszinses der Bundesbank, multipliziert mit dem Wert des Rücknahmepreises des Fondsanteils zum Jahresbeginn.
Die Vorabpauschale ist auf den Wertzuwachs im Kalenderjahr begrenzt, es kommt somit nicht zu einer Besteuerung von etwas, das nicht erwirtschaftet wurde.
Die Vorabpauschale gilt am ersten Werktag des folgenden Kalenderjahres als zugeflossen und unterliegt der Abgeltungsteuer.
Da die Vorabpauschale im Vergleich zu Ausschüttungen nicht zu einem Geldfluss führt, kommt es bei den Anlegern zu einer Belastung auf dem Kundenkonto, sofern kein ausreichender Freistellungsauftrag oder eine NV-Bescheinigung vorhanden ist.
Bei einem späteren Verkauf der Fondsanteile verrechnen die depotführenden Stellen automatisch die bereits besteuerten Vorabpauschalen mit dem Veräußerungsgewinn, um eine Doppelbesteuerung beim Anleger zu vermeiden.

Die folgenden drei vereinfachten Beispiele zeigen die Berechnung der Vorabpauschale:

Annahmen: Erster Rücknahmepreis in 2018 = 100 Euro; Basiszins 1,0%, keine Ausschüttungen im Kalenderjahr 2018

Wegfall Bestandsschutz für Altanteile

Zudem fällt zum 31. Dezember 2017 der Bestandsschutz für Wertsteigerungen von Fondsanteilen weg, die vor 2009 gekauft wurden. Dies wird durch eine fiktive Veräußerung und Neuanschaffung erreicht. Die bis zu diesem Zeitpunkt angefallenen erfolgten Wertsteigerungen der Altanteile bleiben aber weiterhin steuerfrei. Für Veräußerungsgewinne  ab 2018 wird ein einmaliger persönlicher Freibetrag von 100.000 Euro pro Person (das heißt 200.000 Euro für Eheleute) eingeführt, der im Rahmen der Steuerveranlagung geltend gemacht werden kann.

 

2. Umsetzung in den MEAG Fonds

Wie hat die MEAG bei ihren Fonds die Weichen für die neuen Rahmenbedingungen gestellt?

Wir als MEAG haben frühzeitig damit begonnen, die Auswirkungen der neuen steuerlichen Rahmenbedingungen auf die Fondspalette zu analysieren und Maßnahmen zur bestmöglichen Umsetzung im Sinne unserer Kunden zu ergreifen.

Keine Änderung der Anlagepolitik

Die Einführung der Investmentsteuerreform hat keine Auswirkungen auf die Anlagepolitik der MEAG Fonds. Diese bleibt unverändert.

Teilfreistellungen durch Kapitalbeteiligungsquoten

Zur Erreichung steuerlicher Teilfreistellungen im Sinne des § 20 InvStG wurden in den Besonderen Anlagebedingungen der Fonds Kapitalbeteiligungsquoten aufgenommen, die zum 1. Januar 2018 in Kraft treten werden.

Die Fondsart gem. Definition des § 2 InvStG sowie die daraus resultierenden Teilfreistellungen für Privatanleger entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle:

Wichtig ist, dass die Investmententscheidung für einen Fonds grundsätzlich nicht aus rein steuerlichen Gründen getroffen werden sollte, sondern der Fonds durch seine Fondsstrategie zum Anleger passen muss.

Ertragsausschüttungen bereits im Dezember 2017

Für den MEAG GlobalRent und MEAG FairReturn wird die Ausschüttung aufgrund des Investmentsteuerreformgesetzes bereits Mitte Dezember 2017 vorgenommen (bisher Mitte Januar). Da es zum Jahresende aufgrund des steuerlichen Rumpfgeschäftsjahres zu einer Zwangsthesaurierung der Erträge kommen wird, können dadurch die Erträge im Interesse der Anleger besser abgegrenzt und für Anleger eine zwischenzeitliche Doppelbesteuerung vermieden werden.
Für die weiteren MEAG Fonds mit Geschäftsjahresende 30. September 2017 wird die Ausschüttung unverändert ebenfalls Mitte Dezember erfolgen.

Änderung der Ertragsverwendung bei den MEAG VermögensAnlage-Fonds

Da die beiden MEAG VermögensAnlage-Fonds ihre Fondserträge thesaurieren, würde zukünftig bei den Anlegern eine Vorabpauschale anfallen. Um dies zu vermeiden, werden der MEAG VermögensAnlage Komfort und MEAG VermögensAnlage Return ab dem 1. Januar 2018 bei der Ertragsverwendung von derzeit thesaurierend auf ausschüttend umgestellt.

Wenn Sie noch Fragen zu dieser Information oder den MEAG Fonds haben, hilft Ihnen das MEAG KompetenzCenter unter kc@meag.com oder 089/2867 2867 täglich von 09.00-17.00 Uhr sehr gerne weiter. Für weitere Infomationen über die steuerliche Rechtslage ab dem 1. Januar 2018 verweisen wir auf die Kurzangaben über steuerrechtliche Vorschriften im jeweiligen Verkaufsprospekt unserer Fonds.

Lesen Sie dazu bitte die Rechtlichen Hinweise.

 


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