Welche Branchen sind besonders betroffen?
Die Pandemie hat zu einem starken Druck geführt, sich neu aufzustellen. Zu den Branchen, die in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht mehr auf die vergangenen Niveaus gelangen werden, zählen Geschäftsreiseverkehr oder Kultur und Sport in Zusammenhang mit Luftverkehr, Hotellerie und Veranstaltungen. Andere Bereiche, wie zum Beispiel der Bankensektor und die Automobilbranche, die bereits vor der Pandemie mit dem Strukturwandel zu kämpfen hatten, müssen den Wandel nun unter erschwerten Bedingungen mit noch höherem Tempo durchsetzen. Ob das gelingt, ist noch keineswegs ausgemacht.
Wo läuft es gut?
Zu den Gewinnern zählen vor allem Unternehmen, die von der Nachfrageverschiebung in der Pandemie profitieren konnten, beispielsweise in der Logistikbranche. Profiteure sind zudem Firmen, denen der Markt eine rasche Umstellung auf die neue Situation zutraut: innovationsgetriebene Technologieunternehmen. Dass sich hier einige bekannte US-Adressen besonders hervortun, ist nicht überraschend.
Mit welcher Ausrichtung der Portfolien gehen Sie in den Herbst?
Wir bleiben konstruktiv. In den vergangenen Monaten waren wir erfolgreich positioniert, da wir die positive Marktbewegung insgesamt sowie die unterschiedlichen Branchenentwicklungen gut für uns nutzen konnten. Wir gehen weiterhin von einer Stabilisierung und Erholung aus. Das weitere Kurspotenzial für den Gesamtmarkt halten wir jedoch für begrenzt. Es wird auf dem derzeitig hohen Kursniveau immer wieder Rücksetzer verbunden mit Gewinnmitnahmen geben. Chancen sehen wir sehr selektiv in einzelnen Titeln. Auch in der derzeitigen Phase einer relativen Stabilisierung ist weiterhin höchste Wachsamkeit geboten. Die Kapitalmärkte sind und bleiben schwankungsfreudig. Anleger sind daher für die kommenden Herausforderungen mit einem breiten, über alle relevanten Assetklassen stark besetzten Portfolio bestens gerüstet.