Mittelbare Folgen im Auge behalten
Aus der Finanzkrise 2007/2008 haben wir gelernt, dass es nicht nur auf die gut erkennbaren und naheliegenden Folgewirkungen von Krisen ankommt. Auf diese sind die Marktteilnehmer in der Regel gut vorbereitet. Weitaus bedeutender sind Abstrahl- und Fernwirkungen, die nicht unmittelbar auf der Hand liegen. Auf diesen Risikoaspekt wird 2021 zu achten sein.
Trotz der gewaltigen Herausforderungen und Lasten sind wir bislang ganz gut durch die Pandemie gekommen. Doch nicht alle werden diese erfolgreich meistern. Es wird unmittelbar - aber auch mittelbar über Lieferketten oder Kreditbeziehungen - neben kleineren auch größere Unternehmen in ihrer Existenz treffen. Hier ist für den Anleger Wachsamkeit geboten.
Stabilisierung der Wirtschaft durch Fiskal- und Geldpolitik
Freuen dürften sich Anleger darüber, dass nahezu alle großen Länder der Welt mit großzügigen staatlichen Ausgabenprogrammen versuchen, die negativen wirtschaftlichen Folgen zu mildern bzw. zu kompensieren. Flankiert wird diese Politik von den Zentralbanken, die alles tun wollen, um wirtschaftlich negative Folgen abzuwehren.
Eine kreditfinanzierte staatliche Ausgabenpolitik hat im Nullzinsumfeld gute Chancen, über längere Zeit durchzuhalten. Wir erwarten, dass die expansive Geld- und Fiskalpolitik auch 2021 die Hauptlast der Abwendung von wirtschaftlich negativen Folgen der Pandemie tragen wird.