Wie geht es aus Ihrer Sicht weiter?
Die nationalen Anstrengungen haben sich sehr stark auf die Bekämpfung der Pandemie konzentriert. Auch die Nachrichtenprogramme sind voll davon. In der nachlaufenden Aufarbeitung werden wir auf nationaler und auch auf supranationaler Ebene in der Risikoprävention nachschärfen müssen. Die Verfügbarkeit von Masken oder die Produktionskapazität von Impfstoffen – das kann deutlich besser funktionieren.
Werden jetzt andere Faktoren wieder stärker in den Vordergrund rücken?
Davon ist auszugehen. Wenn die Pandemie die Schlagzeilen frei macht, ist wieder Platz für andere Themen. In Deutschland sicher für den heraufziehenden Bundestagswahlkampf. Aber auch internationale Konfliktherde werden uns wieder mehr beschäftigen. Beispielsweise geopolitische Spannungen und Verwerfungen, wie wir sie in Zusammenhang mit der Ukraine sehen.
Welche Auswirkungen auf die Kapitalmärkte sind zu erwarten?
Aus dem Blickwinkel der Kapitalmärkte sind Konstellationen in Schwellenländern meist weniger gravierend. Handelskonflikte mit China sind dagegen deutlich schwieriger. Alles in allem sind wir derzeit zuversichtlich, dass wir uns in einem weltweiten Erholungsszenario befinden. Vieles wird wieder anlaufen – Luftverkehr, Tourismus, Veranstaltungen – mit positiven Impulsen für die wirtschaftliche Aktivität.
Kann der Anleger also weiter auf Aktien setzen?
Auf lange Sicht führt an der Aktie kein Weg vorbei, wenn der Anleger Vermögen aufbauen will. Entscheidend sind immer die Anlageziele, der individuelle Horizont und die persönliche Chancen-Risiko-Neigung. Wer viel Zeit hat und auf dem Weg zum Anlageziel mit Schwankungen gut leben kann, investiert stärker in Aktien als der Anleger, der schon bald mit größeren Ausgaben rechnet. Offensive Akzente kann der Anleger beispielsweise mit dem nachhaltig investierenden internationalen Aktienfonds MEAG Nachhaltigkeit setzen. Perspektivisch ist das eine gute Entscheidung.