Könnten steigende Zinsen ein Problem werden?
Aufwärtsbewegungen an den Börsen werden meist von einer restriktiven Notenbankpolitik und steigenden Zinsen beendet. Entsprechend verfolgen wir die Kommunikation der Notenbanken sehr aufmerksam. Jüngst hat zwar nicht die Notenbank, jedoch die US-Finanzministerin Janet Yellen die Möglichkeit steigender Zinsen angedeutet. Der Markt hat unmittelbar deutlich reagiert. In diesem Zusammenhang wird gerne das 1,9 Billionen US-Dollar schwere Konjunkturprogramm genannt, das die Inflation treiben könnte. Allerdings ist dieses Paket sehr langfristig ausgelegt und wird seine Kraft nicht über die kurze, sondern erst allmählich über die lange Frist entfalten.
Zuletzt ist die Inflationsrate in den USA mit 4,2 Prozent stark gestiegen, ähnliche Werte könnten auch hierzulande bald folgen. Gibt das zunehmende Preisniveau aus Ihrer Sicht Anlass zur Sorge?
Nein. Auch die derzeitige Inflationszunahme ist eher auf Basiseffekte zurückzuführen. Die Teuerungsrate wird im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat berechnet. Da das Preisniveau vor einem Jahr aufgrund der Pandemie nachgegeben hat, springt die Inflationsrate jetzt an - selbst wenn derzeit überhaupt kein tatsächliches Ansteigen des Preisniveaus zu erkennen ist. Entsprechend sehen wir, wie viele andere, einen Anstieg der ausgewiesenen aktuellen Rate nicht als besonders dramatisch an.
Die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen haben seit dem Tiefpunkt von 0,5 Prozent deutlich zugelegt und notieren bei rund 1,6 Prozent. Sind Anleihen auf diesem Niveau wieder attraktiv?
Anleihen sind in unseren Misch- und vermögensverwaltenden Investmentfonds aufgrund ihrer breiten Mischung und Streuung immer ein Thema. Je höher die Renditen, um so attraktiver sind Anleihen bei einem Neuengagement. Wir setzen derzeit aber trotz der etwas gestiegenen Zinsen weniger auf die vergleichsweise niedriger rentierlichen Staatsanleihen aus der Eurozone oder den USA. Wir gehen entsprechend unserer Analysekompetenz gezielt Positionen in Schwellenländern oder ausgewählten Unternehmensanleihen ein. Damit generieren wir einen Zusatzertrag, wovon der Anleger profitieren kann.
Sollten Anleger weiterhin auf Aktien setzen?
Unbedingt, denn auch für Aktien sind wir durchaus zuversichtlich. Schwächere Tage in der Aufwärtsbewegung sind normal und kein Grund für übermäßige Sorge. Insgesamt gehen wir weiterhin von einer konjunkturellen Erholung aus. Unserer Meinung nach können Anleger nach wie vor auf unsere Misch- und vermögensverwaltenden Investmentfonds setzen. Für jeden Anlegertyp halten wir entsprechend seiner Chance-/Risiko-Neigung einen passenden Fonds bereit.