Welchen Anteil hat der russische Krieg an der Inflation?
Den spüren wir bereits jetzt sehr deutlich an den Zapfsäulen. Mit Verzögerung wird auch der gestiegene Gaspreis beim Verbraucher ankommen. Pflanzenöl aus Sonnenblumen oder Raps ist vielleicht am deutlichsten sichtbar knapp geworden – die Regale sind seit Wochen leer. Die Ukraine als europäische Kornkammer hat einen spürbaren Effekt auf unseren Lebenshaltungskostenindex.
Hat die Nachfrage auch die Inflation nach oben getrieben?
Befragungen von Unternehmen zeigen, dass die Auftragsbücher voll sind und die Unternehmen kaum hinterherkommen, die Aufträge abzuarbeiten. Im privaten Bereich ist das deutlich zu spüren, so sind beispielsweise Handwerker über Wochen und Monate ausgebucht. Die noch stark steigenden Verteidigungsausgaben sind ebenfalls ein deutlich sichtbares Zeichen einer kommenden erhöhten gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.
Wie sollen sich Anleger angesichts anziehender Inflation und wieder deutlich positiver Zinsen jetzt verhalten?
Für Anleger bedeuten steigende Inflationsraten, dass nicht benötigtes Geld nicht zinslos geparkt werden sollte. Sonst holt sich die Inflation einen steigenden Anteil daran. Bislang war ein reichlich bestücktes Girokonto kein Problem. Schließlich gab es praktisch keinen entgangenen Zinsertrag. Jetzt kostet jeder unnötig geparkte Euro richtig Geld.
Sollten Anleger jetzt aktiv werden?
Aktives Anlegen ist vor diesem Hintergrund stärker gefragt. Jede Anlegerin und jeder Anleger sollte seine Anlagestrategie überdenken und entsprechend ihrer oder seiner Chance-/ Risikoneigung und des Anlagehorizontes frei verfügbares Geld anlegen – gerne auch in den gemischten und vermögensverwaltenden Investmentfonds von ERGO und MEAG. Wir manövrieren Kundengelder seit vielen Jahren erfolgreich durch schwierige Börsenphasen.