Also eher keine weiteren geldpolitischen Zügel, damit die Konjunktur sich erholen kann?
Rückt die Gefahr einer Rezession näher, gehen die Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik in der Regel zurück. Denn geldpolitische Maßnahmen würden sich negativ auf die private Investitionsbereitschaft und das Wirtschaftswachstum auswirken. Alles in allem ist es eine Gratwanderung – auf der einen Seite die übermäßige Inflation, auf der anderen Seite die Rezession.
Lohnt sich der Einstieg in die Kapitalmärkte wieder?
Die Zinsen sind deutlich positiv, somit erhöhen sich die Chancen, an den Anleihemärkten wieder Geld zu verdienen. Wir haben jedoch immer noch ein sehr volatiles Umfeld. Das sehen wir auch daran, wie die Kapitalmärkte mit Tagesmeldungen zu Stimmungsindikatoren oder Inflationszahlen umgehen. Innerhalb eines Tages geht es stark auf und ab. Für Zinsen lohnt es sich zu investieren. Das heißt aber nicht, dass die Zinsen nicht noch weiter steigen können und werden.
Wo sehen Sie aktuell Chancen?
Chancen sehen wir im Bereich kurzlaufender Anleihen nicht bester Bonität. Aufgrund der kurzen Laufzeit wirken sich etwa Zinsänderungserwartungen nicht so stark auf den Kurs aus. Außerdem ist Pfandbriefen und Covered Bonds gegenüber Staatsanleihen der Vorzug zu geben. Pfandbriefe sind mit Hypotheken besicherte Anleihen, während der Sammelbegriff „Covered Bonds“ ähnlich strukturierte Papiere meist ausländischer Anbieter umfasst.
Für wen sind Anleihen, Misch- und Aktienfonds Ihrer Ansicht nach derzeit geeignet?
Fondsanleger mit einem langen Anlagehorizont können auch in Zeiten weiterhin bewegter Märkte schon mit ersten Schritten wieder investieren. Wer in Sparplänen investiert ist, sollte Kurs halten. Diese Anleger haben ohnehin einen langen Horizont und zu ihrer Anlagestrategie zählt, bei günstigen Kursen mehr Anteile zu kaufen. Auch dies dürfte sich auf die lange Sicht auszahlen.