Herr Amenda, in den vergangenen Monaten standen die Entwicklung der Inflation und die Zinspolitik der Notenbanken im Fokus der Anleger. Gilt dem weiterhin Ihr Hauptaugenmerk?
Beides ist weiterhin wichtig. Zwischenzeitlich standen Zweitrundeneffekte verstärkt in der Diskussion. Dabei ging es um die Frage, ob die jüngsten Lohnrunden oder die Unruhen am Horn von Afrika preistreibende Effekte haben könnten. Hier lautet die gute Nachricht aber, dass alles im Rahmen der Erwartungen geblieben ist. Dennoch dürften sich die Notenbanken mit ihrer ersten Zinssenkung nun mehr Zeit lassen, als es vor einiger Zeit noch erwartet worden war. Sie müssen auch bedenken, dass die USA in Bezug auf ihre wirtschaftliche Entwicklung lange Zeit deutlich vor Europa waren. Folglich sollte die US-Notenbank Fed noch vor der EZB die Zinsen senken. Mittlerweile ist dies nicht mehr so eindeutig. Denn die Konjunktur in den USA entwickelt sich robuster als erwartet, während Europa eher für eine Zinssenkung bereit zu sein scheint. Das alles befindet sich aber ebenfalls im Rahmen der Erwartungen. Es ist und war klar, dass die Notenbanken ihre Zinspolitik in Abhängigkeit von den hereinkommenden Inflationsdaten steuern würden. Insgesamt aber lässt sich festhalten, dass die Richtung stimmt und die Marktteilnehmer sich zum großen Teil bestätigt sehen.
Die Kurse an den Aktienmärkten scheinen nur noch eine Richtung zu kennen, den Weg nach oben. Wie lange kann das noch so weitergehen?
In der Tat laufen die Gewinneraktien des vergangenen Jahres weiter. Warum ist das so? Weil dahinter die Gewinnerthemen von morgen stehen. Dazu zählen zum Beispiel die künstliche Intelligenz oder der Chip-Hersteller Nvidia. Wichtig für die Fortsetzung dieser Trends [ist aber, dass die veröffentlichten Unternehmenszahlen den Erwartungen der Kapitalanleger entsprechen, wobei die Erwartungen zuletzt zum Teil sogar übertroffen wurden. Die Unternehmen, die hinter diesen Gewinneraktien stehen, sind zudem auf dem besten Weg, sich zu einem natürlichen Monopol zu entwickeln. Aufgrund der Technologie ergeben sich Größenvorteile, die die dominierende Marktposition dieser Konzerne weiter unterstützen werden. Es ist ein technologischer Wettlauf, bei dem der Gewinner das Rennen macht, getreu dem Motto: „The winner takes it all.“ Und der Siegeszug beispielsweise der künstlichen Intelligenz ist noch lange nicht am Ende. Bedenken muss man aber auch, dass jeden Tag neu an den Börsen beurteilt wird, was davon schon in den Kursen verarbeitet ist und was noch für zusätzliche Fantasie sorgen kann.
Sollten Privatanleger noch auf diese Gewinneraktien setzen?
Wer gezielt von Megatrends oder Zukunftsthemen profitieren oder langfristig in globale Aktien investieren möchte, für den bietet sich der internationale Aktienfonds MEAG GlobalAktien an. Wer tiefer in das aussichtsreiche Segment der Halbleiterindustrie eintauchen möchte, sollte sich den Beitrag meines Kollegen Fabian Bachl in dieser Ausgabe ansehen. Allerdings verfolgen Privatanleger in der Mehrzahl das Ziel einer langfristigen Vermögensbildung oder wollen ihre Altersvorsorge zusätzlich absichern. Um dabei einen Risikoausgleich über viele einzelne Anlageklassen und Vermögenstitel hinweg zu erzielen, erscheint eine breit aufgestellte Vermögensanlage in Investmentfonds besonders geeignet. Das heißt, Anleger sind zum Beispiel bei gut diversifizierten vermögensverwaltenden Fonds oder Mischfonds gut aufgehoben. Übrigens hat die stark überdurchschnittliche Performance dieser Fonds zum ausgezeichneten Gesamtergebnis der MEAG beim Capital-Fondskompass 2024 und zu unserer 5-Sterne-Auszeichnung wesentlich beigetragen.