Herr Amenda, Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Fed, hat sich bereits vor dem September-Zinsentscheid deutlich für Zinssenkungen starkgemacht. Gab es eindeutige Signale?
In aller Regel bereiten die großen Notenbanken die Märkte sorgfältig auf anstehende Zinsentscheidungen vor und geben entsprechende Signale. Dass die US-Notenbank die Zinsen im September senken wird, war von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet worden. Unklar war lediglich das Ausmaß der Zinssenkung. Die US-Notenbank hat sich in ihrer Septembersitzung dann für den großen Schritt von 50 Basispunkten entschieden und dies mit spürbaren Fortschritten auf der Inflationsseite sowie einer zunehmenden Abkühlung des Arbeitsmarktes begründet. Im weiteren Jahresverlauf dürften die US-Notenbanker die Zinsen weiter reduzieren, was insbesondere die Aktienmärkte positiv aufnehmen sollten.
Und wie sieht es in Europa aus?
Das Wirtschaftswachstum in Europa bleibt hinter dem der USA zurück. Die erwartete Zinssenkung der Europäischen Zentralbank EZB ist im September erfolgt, aber die hartnäckige Inflation der Dienstleistungspreise muss weiter beobachtet werden. Dessen ungeachtet bleibt ein langsamer, aber stetiger Lockerungszyklus unser Basisszenario. Ein insgesamt günstiges Szenario. Ein volatiles Umfeld bietet uns Portfoliomanagern auch immer Chancen.
Was folgt daraus für die Aktien?
Die Bedingungen für die Aktienmärkte bleiben günstig. Obgleich sich die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession gerät, zuletzt etwas erhöht hat, bleiben wir bei unserem Szenario einer „sanften Landung“ der US-Konjunktur. Die Unternehmen verdienen gutes Geld und verfügen in der Regel über solide Bilanzen. In der abgelaufenen Berichtssaison konnte die Mehrheit der Unternehmen die Analystenschätzungen schlagen. Die MEAG geht auch für die kommende Berichtssaison davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Insbesondere die US-Unternehmen dürften erneut überzeugen. Unterstützung erhalten die Aktienmärkte auch von der Zinsseite. Sowohl in den USA als auch in Europa werden die Notenbanken die Zinsen weiter senken, was grundsätzlich positiv für Kapitalmärkte und speziell für Aktienmärkte ist.
Wie entwickeln sich Anleihen?
Da die Kapitalmärkte die Zinssenkungen in den USA sowie in Europa bereits weitgehend eingepreist haben, dürften die Auswirkungen an den Rentenmärkten begrenzt ausfallen. Die Renditen von Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten sollten zum Jahresende moderat steigen, auch vor dem Hintergrund der steigenden Haushaltsdefizite, die wieder stärker in den Fokus der Anleger rücken dürften.
Und was heißt das für den Anleger?
Ein volatiles Umfeld bietet uns Portfoliomanagern auch immer Chancen. Wir diskutieren die Lage an den Kapitalmärkten jeden Tag aufs Neue, gleichen diese mit unserer Einschätzung ab und positionieren uns entsprechend in den Portfolios. Die Misch- und vermögensverwaltenden Fonds von ERGO und MEAG stellen wir für das oben dargestellte Umfeld gut auf, damit private Anleger ihre angestrebten Vermögensziele mit unseren Fonds erreichen können.