Märkte & Trends 04/2020

Fokus-Thema:
Die Corona-Pandemie und ihre Folgen.

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Märkte im Überblick

 

Kapitalmarktindizes 15.04.2020  + / - Ultimo Vormonat  + / - Ultimo Vorjahr
Aktien Deutschland (DAX®) 10.279,76 +11,35% -22,41%
Aktien USA (Dow Jones Industrial Average) 23.504,35 +1,37% -17,64%
Aktien Europa (EURO STOXX® 50) 2.808,20 +8,59% -25,02%
Aktien Welt (MSCI Kursindex Welt) 1.960,2 +4,18% -16,89%
Renten Deutschland (RexP) 144,64 -1,22% +0,64%
Währung Euro/US-Dollar 1,09 -1,48% -2,85%

Quelle: Datastream, Stand: 15.04.2020

DAX® ist eine eingetragene Marke der Deutsche Börse AG

EURO STOXX® ist eine eingetragene Marke von STOXX Limited

Anlageklassen im Überblick

 So lesen Sie die Tabelle richtig

  

Attraktiv

Mehrheitlich
attraktiv

Neutral

weniger
attraktiv

Unattraktiv

 

 

 

 

 

 

Anlageklassen     Kommentar
Aktien

Die Aktienmärkte handeln ja bekanntlich nicht die aktuelle Lage, sondern die Erwartungen an die Zukunft. Das erklärt auch, weshalb sich der Aktienmarkt, vor allem in den USA, schon wieder deutlich von den Tiefständen im März erholt, obwohl sich die Lage, auch hier vor allem in den USA, mit Bezug auf die globale Pandemie noch gar nicht verbessert hat. Allen voran die Technologiewerte, die man getrost als Krisengewinner bezeichnen kann. Die massiven Konjunkturpakete und Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft haben den Abverkauf gestoppt und den Trend gedreht. Die Märkte erwarten nun ein baldiges Ende der Shutdowns und eine Rückkehr zur Normalität im zweiten Halbjahr. Aber Vorsicht, eine „zweite Welle“ an Neuinfektionen könnte die Erwartungen an ein schnelles Ende der Krise leicht enttäuschen. Trotzdem gilt: Qualitätswerte aus Branchen wie z. B. Technologie, Pharma und Versorger werden auch diese Krise meistern.

Renten

An den Anleihemärkten sind die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen und Anleihen von Schwellenländern im Zuge der COVID-19-Pandemie stark gestiegen. Nach vorne blickend ist das positiv für den Anleger am Rentenmarkt. Solange der Emittent nicht in Zahlungsschwierigkeiten gerät, erhält der Anleger nun deutlich höhere Renditen als noch zum Jahreswechsel. Wir sind daher sehr optimistisch für Unternehmensanleihen guter Bonität sowohl in den USA als auch in Europa. Vorsicht ist geboten bei Emittenten, deren Rating auf der Kippe zum sogenannten „Ramsch-Status“ steht. Hier ist davon auszugehen, dass institutionelle Anleger zum Verkauf gezwungen sind, sobald die Ratingverschlechterung eintritt. Risikobewusste Investoren sehen dies als Chance, wobei dann natürlich auch mit Zahlungsausfällen gerechnet werden muss. Wir bevorzugen daher in der aktuellen Situation das Marktsegment „Investment Grade“ mit hoher Qualität.

Rohstoffe


Nach langem Ringen hat sich der OPEC+-Verband auf eine Begrenzung der Rohöl Fördermenge einigen können. Allein die Ankündigung einer möglichen Einigung zwischen Saudi-Arabien und Russland, verkündet per Tweet von Donald Trump, hat den Ölpreis innerhalb von Minuten nach oben schnellen lassen. Jetzt ist die Frage, ob sich auch wirklich alle daran halten werden und ob sich das Angebot der gesunkenen Nachfrage schnell genug anpassen kann. Zwischenzeitlich sind hier weiter große Preisschwankungen möglich. Sobald die Nachfrage jedoch wieder anzieht, sollten auch die Preise wieder steigen. Dies gilt im Übrigen auch für alle anderen in der Industrie verwendeten Rohstoffe wie z. B. Metalle. Der Goldpreis hält sich weiter gut, wird aber bei einem Abflauen der Krise sicherlich wieder an Schwung verlieren.

Liquidität

Viele Investoren parken in der aktuellen Marktphase einen höheren Anteil ihres Portfolios in Liquidität. Diese ist jedoch weiterhin negativ verzinst. Mit zunehmender Beruhigung an den Märkten sollte das geparkte Geld daher wieder schrittweise investiert werden.

 

Rechtlicher Hinweis:

Die rechtlichen Hinweise zu den einzelnen Investmentfonds entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt/Fondsporträt. Lesen Sie dazu bitte auch die allgemeinen Rechtlichen Hinweise. Geäußerte Prognosen oder Erwartungen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden und die tatsächlichen Entwicklungen können hiervon wesentlich abweichen. MEAG behält sich Änderungen der geschilderten Einschätzungen vor und ist nicht verpflichtet, diese Unterlage zu aktualisieren. Wertentwicklungen und Auszeichnungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen und Auszeichnungen.

 

 

Expertenmeinung

Expertenmeinung

Stefan Amenda, Leiter Multi Asset

Der langfristige Vermögensaufbau mit Sparplänen ist erfolgreicher als der Versuch, den Markt zu schlagen.

Viele Anleger, die an der Börse investieren, würden ihr Geld am liebsten immer auf die größten Kursgewinner setzen. Häufige Umschichtungen sind die Folge. Doch „Hin und her macht Taschen leer“, so lautet eine alte Börsenweisheit: Wer sein Depot durch Verkäufe und Neuanlagen umschichtet, muss für jede Transaktion Gebühren zahlen. Daraus ergibt sich: Je höher die Zahl der Transaktionen, umso höher die Kosten.

Zudem besteht
keine Gewissheit, dass die neuen Papiere mehr Gewinn bringen als die alten. Eine amerikanische Untersuchung weist sogar darauf hin: Sparer erzielen bei einer mehrjährigen Anlagedauer eine höhere durchschnittliche Rendite als mit dem häufigen Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Je länger die Haltedauer, umso besser für das Depot.

Die Untersuchung zeigt ebenfalls: Es ist schwierig, den richtigen Zeitpunkt für einen Einstieg in die Kapitalmärkte zu finden. Für den langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien ist das auch gar nicht entscheidend. Denn Anleger konnten nachweislich selbst größere Kursverluste mit der Zeit wieder mehr als wettmachen – etwa nach Börsencrashs oder Finanzkrisen. So hat z. B. das Deutsche Aktieninstitut die Entwicklung einer Anlage in den deutschen Leitindex DAX untersucht, wenn der Sparer kurz vor den größten Aktiencrashs der jüngeren Vergangenheit investierte – also jeweils zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Das Ergebnis: Wer das Geld kurz vor der sogenannten „Dotcom-Blase“ im Jahr 2000 angelegt hatte, konnte rund 18 Jahre später dennoch ein jährliches Plus von immerhin 3,9 % verbuchen. Wer 2007 kurz vor der Finanzkrise investiert hatte, erzielte bis 2018 eine Rendite von 4,2 % jährlich.

Warum stiegen die Aktienmärkte bisher langfristig immer an? Die Wirtschaft wächst stetig – und damit legen auch die Unternehmenswerte zu. Diese Entwicklung spiegelt die Börse wider. Ein Blick zurück zeigt: Aktien konnten trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer über lange Zeiträume oftmals den größten Gewinn erwirtschaften. Für den Vermögensaufbau gilt deshalb: Durchhaltevermögen ist wichtiger als der Einstiegszeitpunkt.

Der Aktiensparer ist folglich gut beraten, sein Geld möglichst lange für sich arbeiten zu lassen – unabhängig von Kursgewinnern. Wer das Risiko einer Direktanlage scheut und sich nicht mit der Frage des optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkts beschäftigen will, kann über einen Sparplan in Aktienfonds investieren. Neben dem sogenannten Zinseszinseffekt und dem Durchschnittskosteneffekt profitiert der Anleger mit einem Sparplan auch von der Disziplin: Er kauft regelmäßig – egal ob die Kurse an den Finanzmärkten steigen oder fallen. Investmentfonds eignen sich grundsätzlich für jedes Budget. Bereits ab 25 Euro monatlich kann man einen Sparplan abschließen – und mit dem langfristigen Vermögensaufbau beginnen.

Quelle: Deutsches Aktieninstitut. Stand: 31.12.2019. Das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts bildet die Rendite des Deutschen Aktienindex DAX in der Vergangenheit ab. Berechnungsgrundlage sind die Jahresschlussstände der jeweiligen Jahre. Bitte beachten Sie: Vergangenheitsbezogene Daten sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Auch berücksichtigt die Darstellung keine Kosten, die beim Kauf oder Verkauf von Aktien entstehen. Gleiches gilt für andere Kosten, die abhängig von der Form des Aktiensparens entstehen können (z. B. Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren bei Aktienfonds-Sparplänen). Alle Kosten mindern die erzielbare Rendite für den Anleger. Näheres zur Methodik entnehmen Sie bitte der Website des Deutschen Aktieninstitutes.