Rückblick 1. Quartal 2026
Die Rentenmärkte waren im ersten Quartal durch eine Verschiebung von einem Entspannungs- zu einem Inflationsszenario geprägt. Der Anstieg der Energiepreise führte zu steigenden Inflationserwartungen und einer Anpassung der geldpolitischen Erwartungen.
In Europa stiegen die Renditen insbesondere am kurzen Ende der Zinskurve, da eine restriktivere Geldpolitik der EZB eingepreist wurde. Die Zinsstrukturkurve flachte entsprechend ab. Gleichzeitig kam es innerhalb der Eurozone zu einer stärkeren Differenzierung: Deutsche Staatsanleihen entwickelten sich relativ stabil, während die Risikoaufschläge in mehreren Ländern zunahmen.
Unternehmensanleihen starteten mit sehr niedrigen Risikoaufschlägen in das Jahr. Im Zuge der geopolitischen Eskalation kam es zu einer Ausweitung, insbesondere im Segment niedrigerer Bonität. Nachrangige Anleihen und konjunktursensible Sektoren reagierten besonders empfindlich.
US-Staatsanleihen standen im Verlauf des Quartals ebenfalls unter Druck, da die Erwartungen an Zinssenkungen zurückgenommen wurden. Die Risikoaufschläge bei US-Unternehmensanleihen stiegen zwischenzeitlich an, stabilisierten sich jedoch zum Quartalsende wieder teilweise.
Schwellenländeranleihen zeigten zunächst eine stabile Entwicklung, gerieten im März jedoch unter Druck. Steigende globale Zinsen, eine höhere Risikoaversion und Währungsbewegungen führten zu einer Neubewertung, insbesondere in Lokalwährungsmärkten.
Ausblick – Rentenmärkte
Der Ausblick für die Rentenmärkte bleibt eng mit der Entwicklung der Energiepreise und der Reaktion der Notenbanken verknüpft. Entscheidend ist, ob es sich um einen überwiegend temporären Schock handelt oder ob sich Zweitrundeneffekte verfestigen.
Marktseitig wird überwiegend davon ausgegangen, dass die Belastung zeitlich begrenzt bleibt, auch wenn sich der geldpolitische Pfad verschieben kann. In Europa ist das Risiko zusätzlicher Zinsschritte gestiegen, da Inflationsrisiken wieder stärker in den Vordergrund rücken.
Innerhalb der Eurozone könnten Risikoaufschläge einzelner Länder in Phasen erhöhter Unsicherheit weiter zunehmen, während deutsche Bundesanleihen tendenziell als Stabilitätsanker fungieren.
Bei Unternehmensanleihen haben sich die Renditen verbessert, gleichzeitig bleibt die Unsicherheit erhöht. Dies spricht für eine vorsichtige Ausrichtung mit Fokus auf Qualität, Liquidität und kürzere Laufzeiten. In diesen Segmenten kann die laufende Verzinsung einen größeren Teil der Gesamtrendite tragen.
Hochzinsanleihen bleiben anfälliger für Marktstimmungswechsel und steigende Finanzierungskosten, sodass eine selektive Positionierung entscheidend ist.
In den USA könnten Zinssenkungen später erfolgen als zuvor erwartet, sofern Inflationsrisiken bestehen bleiben. Kurz- und mittelfristige Laufzeiten bleiben daher besonders sensitiv gegenüber Veränderungen der Zinserwartungen.
Schwellenländeranleihen bieten weiterhin attraktive laufende Erträge, bleiben jedoch stark abhängig von globaler Risikostimmung, US-Dollar-Entwicklung und Rohstoffpreisen. Chancen ergeben sich vor allem selektiv, insbesondere in Märkten mit stabilen Fundamentaldaten und verbesserten Bewertungsniveaus.